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Wenn Sie planen ins Schwäbische umzuziehen und sich Ihrem
künftigen Vermieter vorstellen, wird unweigerlich die Sprache auf
die Kehrwoche kommen. 'Sia hend doch au Kuddrschaufl ond
Kehrwisch zom de Schdaffla saubr kehra kenna?'
Bei der Wohnungsknappheit im Großraum Stuttgart beantwortet man
besser alle Vermieterfragen festen Auges mit 'Ja', aber haben Sie
auch erkannt, was gefragt wurde: Ob Sie auch einen Handfeger und
ein Kehrblech haben, um beim Reinigen der Treppen optimal vorgehen
zu können?
Also Vorsicht, es gibt eine ganze Reihe schwäbischer Begriffe,
die sich nicht so einfach aus dem Zusammenhang erschließen, eine
kleine Auswahl:
Schwäbisch
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Hochdeutsch
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Gsälz
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Marmelade
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Zwedschga
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Pflaumen
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älls
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manchmal, ab und zu
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Riaba
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Karotten, Mohrrüben
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haia
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Gras mähen
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schechla
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gemähtes Gras harken
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gschwend
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mal eben, kurz mal
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brogga
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ernten
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gugga
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schauen
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Schdiag
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Treppe
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Schdaffla
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Stufen
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Dieraschnall
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Türklinke
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Hafa
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Topf
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Schuahbändel
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Schnürsenkel
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Weggle
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Semmel
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Ranga
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Brotanschnitt
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Schuldes
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Bürgermeister
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Schulzahaus
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Haus des Bürgermeisters
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Rehschlegel
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Rehkeule
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Rôôm
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Sahne
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äwwl
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immer
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langa
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reichen, genügen
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pressiera
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es eilig haben
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schella
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läuten
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Buddzlabba
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Scheuertuch
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Kehrwisch
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Handfeger
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mordsmäßich
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sehr
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schdragga
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liegen
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drondernai
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ab und zu
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wärgla
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rollen
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woidle
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schnell,hurtig
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Grombiira
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Kartoffeln
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Abrwill
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Ekel
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schäbbs
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schief
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Dach'has
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Katze
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dengla
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Sense schärfen
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dischgeriera
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diskutieren
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bruddla
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nörgeln
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oinawäg
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trotzdem
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Guglfuhr
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nervige Sache, Umstand
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Der Schwabe sagt auch nicht 'Ich friere',
sondern 'mia friards' und wenn er sich dann erkältet, dann 'vrkelded'
er sich.
Er sagt auch nicht 'ich habe mich hingesetzt', sondern 'i
ben nôgsessa'.
Fettnäpfchen Grußformeln!
Auch
hier findet sich manche Eigenheit. Am Vormittag ersetzt Morga
den Guten Morgen, des Abends muss n´Obed genügen, um den
Guten Abend zu wünschen. Auf Wiedersehen wird zu Ade, im
engeren Umfeld sogar zum Adele (was jedoch mit dem
Frauenvornamen gar nichts zu tun hat) und statt Guten Tag sagt der
Schwabe sein Griaß Godd, mitunter sogar verkürzt zu s´Godd.
Gilt der der Gruß einer größeren Anzahl Personen, dann sagt man
einfach ade midanand oder n´Obed mitanand.
Auch
neudeutsche Begriffe assimiliert der Schwabe ganz locker, auch
tschüss wird das tschissle und aus ciao das tschaule
oder bei meiner Mutter sogar ein tschäule.
Will
sich der Schwabe ganz um den Gruß drücken (Frauen) oder kennt er
den Namen des Gegenübers nicht mehr (Männer), dann sagt man so
geistreiche Dinge wie So, au dô oder So, au em Schdädtle
oder Au emmr am Schaffa oder Älls fleissig, gell. Zu
Ihnen, die Sie gerade diese Seite lesen sage ich daher: So, au
dapferle am lesa ?
Wie
fein der Schwabe gesellschaftliche Unterschiede oder mitmenschliche
Situationen ausdrücken kann, sollen zwei Anekdoten erklären:
Am
Tag einer Aufsichtsratsitzung beim (im SWR
aufgegangenen) Süddeutschen Rundfunk ließ der Hausmeister in der
Tiefgarage etliche Parkplätze mit folgender Begründung räumen: Dia
Leid miassad wegfahra, damid dia Herra Platz hend.
Ein
Fuhrmann nimmt seinen (ziemlich angeheiterten) Bürgermeister vom
Wirtshaus in der Stadt ins Dorf mit. Da der Weg sehr holprig ist,
ermahnt er den Zecher mit den Worten: Schuldes, sidzed Se besser
rei, sonst fallad´r ra, nô bisch hee!
In
einem Satz findet sich hier dreierlei Schwäbisch!!
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