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Schwäbische (Un)logik
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Einige Fremdworte werden völlig
unlogisch betont: Tunell (Tunnel), oder Karrasch
(Garage) auf letzten Silbe, Birro (das Büro) oder Depoo
(das Depot) auf der ersten Silbe.
Schmankerl: Das Lied vom Tunéll zwischen Stuttgart und Ulm würde sich nicht reimen, wenn der Schwabe Túnnel sagen
würde: Zwischa Schduagard ond Cannschdatt, / dô isch a Tunéll, / wemma
neifährt, wird's dongl, / wemma nausfährt, wird's hell.
Sogar das Geschlecht wird gelegentlich
ausgetauscht:
Schwäbisch
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Deutsch
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der Schogglaad
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die Schokolade
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der Bank
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die Bank
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der Peterling
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die Petersilie
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der Zwiebl
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die Zwiebel
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der Buddr
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die Butter
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der Zeh
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die Zehe
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der Sogga
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die Socke
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der Bagga
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die Backe
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der Schurz
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die Schürze
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der Brommhommeler
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die Hummel
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der Schnâk
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die Stechmücke
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der Riddz
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die Ritze
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der Raddz
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die Ratte
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der Heuschregg
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die Heuschrecke
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der Zegg
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die Zecke
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das Efeu
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der Efeu
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der Puld
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das Pult
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der Radio
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das Radio
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der Sofa
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das Sofa
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das Tunnel
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der Tunnel
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der Endifie
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die Endivie
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der Fersa
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die Ferse
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das Kamin
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der Kamin
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das Eck
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die Ecke
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Wenn der Schwabe der Butter sagt anstatt die Butter, dann gilt das vielen als
der Beweis dafür, dass Schwäbisch ein falsches oder schlechtes Deutsch sei.
Aber wir sind in guter Gesellschaft. Denn auch den Franzosen (le
beurre) und Italienern (il burro) kommt der Butter männlich vor.
A propos Geschlecht, in manchen Gegenden
beherrscht man heute noch die Kunst das Zahlwort (zum Beispiel zwei)
dem Geschlecht anzupassen, also zwee Männr, zwua Fraua
und zwoi Kender.
Ohne Probleme bildet der Schwabe
sogenannte geschlechtsneutrale Substantive, indem er einfach
die Verkleinerungsform bildet: -le ersetzt dabei das hochdeutsche
-chen und -lein: Männle, Äggerle, Briggle, Bildle,
Schdiggle, Städtle Reimle.
Das Wort 'Wir' kennt man hier nicht, 'Mir'
heißt das. 'Ein Bier wie mir', wirbt eine Stuttgarter
Brauerei. Lothar Späth galt immer als 'Kerle wie mir'.
'Mir ganget jetzt', heißt es korrekt und, Sie kennen alle den
schwäbischen Schreckensruf, mit dem ein Schwabe die Tür vor jedem
Hausierer zuschlägt, 'Mir gebet nix!'
Aus 'Mir' wird mitunter auch ein 'Mr'
(mit rollenden R), das schwäbische Ehefrauen bevorzugt dann
einsetzen, wenn Befehle an den Ehemann einen etwas konzilianteren
Unterton erhalten sollen.
'Mr sodd Sprudel hola' oder 'Mr sodd amol wieder d´Eltern
eilada' sind typische Beispiele dafür .
Wenn Sie den Satz vernehmen 'Auf allen Wägen mit Gottes Sägen...',
dann müssten Ihnen nach allem bisher von mir gesagten drei Dinge klar
sein.
1. Was sollen Gottes Sägen auf allen 'Wägen', also Autos? Oder
braucht man Gottes Sägen auf allen 'Wäägen'. also Waagen ?
Eigentlich nicht, höchstens bei starkem Übergewicht !
2. Der Sprecher ist vermutlich evangelisch ? Ja, prinzipiell haben Sie
recht , Sie haben schon diese
Seite gelesen.
2. Sie glauben, dieser Satz ist gar nicht schwäbisch? Ja, aber hallo,
Sie haben wirklich diese Seite
gelesen.
Die hochdeutschen Wege sind nur in gestelztem Honoratioren-Schwäbisch
'Wägen', in echtem Schwäbisch sind es 'Weag'. Der hochdeutsche
'Segen' ist auf Schwäbisch zwar der 'Sägen', doch die hochdeutschen
'Sägen' sind 'Säaga' auf Schwäbisch. Und in einem der Wägen
vom Daimler können Sie auf problemlos auf allen 'Weag' fahren, auf
alle 'Wääga' müssen sie dagegen nicht fahren, das Gewicht steht ja im
Fahrzeugbrief.
Stark gewöhnungsbedürftig sind die Pluralformen
mancher Substantive, so zum Beispiel: Hemmadr (Hemden), Mannsbildrhemmadr
(Herrenhemden), Soilr (Seile), Kneebfla (Knöpfe), Beem
(Bäume), Hefdr (Hefte), Lugena (Lügen), Mistena
(Misthaufen), Hünd (Hunde), Bröter (Brote) oder Audoner
(Autos).
Das Wörtchen 'zu' wird häufig mit gewagten Konstruktionen
umgangen wie: dann fing er an mit
Heulen (er begann zu weinen) oder sie kam zum die Milch holen
(sie kam, um die Milch zu holen).
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