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Schwäbische Küche III
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Mit Rinderleber werden zwei weitere meiner
Lieblingsgerichte gemacht. Zum einen die schwäbischen
Leberklöße, für die in Milch eingeweichte Wecken, Leber,
Zwiebeln und Speck durch den Fleischwolf gedreht und dann mit Eiern
und Gewürzen zu einem Teig verarbeitet werden. Daraus formt man
handtellergroße Klöße, die 25 Minuten in der Fleischbrühe ziehen.
Ähnlich die Leberspätzle, für die aus
feingehackter Leber, Mehl, Eiern, Zwiebeln und Gewürz ein fester,
glatter Teig gerührt wird, aus dem dann wie bei den Spätzle (s.o.)
Leberspätzle geschabt oder durchgedrückt werden. Leberspätzle mag
ich liebsten (schwäbisch: am gernschda), wenn Sie anschließend in einer Pfanne, mit zwei Eiern darüber, kräftig
(also grööschded) angebacken werden und man dazu einen
Ackersalat reicht.
Nicht vergessen werden dürfen die saueren Nieren (saure
Nierla), das sind hauchdünn geschnittene (gut gewässerte !)
Schweinenierchen, die in einer sehr dunklen, leicht saueren Soße
gegart werden. Dazu müssen unbedingt Bratkartoffeln gereicht
werden.
In meiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd wurde das
Gericht früher variiert (zumindest von meiner Mutter), indem man je
zur Hälfte Schweine-Nierchen und -Leber dazu verwendete, was mir
durch den Kontrast zwischen den etwas festeren Nierchen und der
weichen Leber noch besser schmeckte.
Der echte Schwabe hat:
Montags Nudle,
dienstags Kuttle,
mittwochs Knöpfle,
donnerstags Spätzle,
freitags gedämpfte Grundbirn,
samstags Pfannkuchen,
sonntags Brätle und Salätle.
Carl Julius Weber
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Katzagschroi ist nicht die
schwäbische Bezeichnung für Volksmusik, sondern für ein
schmackhaftes Vesper aus kaltem Suppenfleisch, das mit Zwiebeln
angebraten und dann mit verquirlten Eier zum Stocken gebracht wird.
Dazu mundet ein Blattsalat. Im Januar 2007 habe ich tatsächlich
ein Lokal gefunden, das im Rahmen einer schwäbischen Woche Katzagschroi
auf der Karte hatte, wo? In der Schillerhöhe
in Gerlingen.
Natürlich gibt es eine ganze Reihe an schwäbischen Bratengerichten,
die alle köstlich schmecken, aber letztendlich das Ziel haben, ein
gutes Sößle für die Spätzle oder Hefaknöpfla zu
bieten. Neben den fast überall am Sonntag üblichen Rinds- oder
Schweinebraten fällt mir vor allem das eingemachte Kalbfleisch
ein, das aber nicht eingeweckt (eigmachd) wird, sondern nur
durch die Ei-legierte Soße so schmeckt.
Das einzige Fleischgericht, das mein Vater ab und zu machte waren Schwäbische
Rahmschnitzel, lange geschmort, dadurch eigentlich sehr trocken,
aber auch sehr mürbe und ungeheuer geschmackintensiv.
Oder als Festessen die gefüllte Kalbsbrust,
bei der ein großes Stück Kalbsbrust mit einer Füllung aus
Weißbrot, Speck, Zwiebeln, Bratwurstbrät und Gewürzen gefüllt und
dann in Ruhe im Ofen gegart wird, bis eine knusprige Kruste entstanden
ist.
Empfehlenswert sind auch die schwäbischen
Wildgerichte wie zum Beispiel die Rehschäufele in
Wacholderrahm oder ein Wildhase in saurer Sahne, den ein Onkel
von mir jedes Jahr zu einem Fest in unvergleichlicher Qualität
zelebrierte.
Derselbe Onkel konnte auch Kutteln so
köstlich zubereiten, dass man nicht mehr an das Ausgangsprodukt
dachte: unter Kutteln versteht man nämlich den guten Teil des
Rindermagens.
An sauren Kutteln scheiden sich oft die Geister, sie
sind ein echter Prüfstein für Schwaben und 'Neigschmeckte': Kutteln oder
nicht Kutteln ?
In Schwaben kann man Kutteln fertig gekocht beim Metzger
kaufen, so dass man sich die Arbeit des Säuberns und des
stundenlangen Garens in Essig-Salzwasser ersparen kann. Daheim
schneidet man die Kutteln entweder in Streifen oder dünne Scheiben
und kocht sie in einer Sauce noch ein wenig nach oder brät sie scharf
an.
Saure Kutteln werden überwiegend als Hauptmahlzeit gegessen, mit
einem 'dunklen Sössle ond Brôôkadoffla'.
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