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Warum
dr Schwob sei Kehrwoch mecht. (Irgendwo im Internet
gefunden ..)
S gibt gute Gründ warum dr Schwob sei Kehrwoch oifach macha muß und
net drumrum kommt.
Z erscht muß mr no kurz erwähne, Kehrwoch wird immr am Samschdich
gmacht. Oft ischs dann so, daß d Fraa im Haus putzt, dr Mo ausarum.
Des isch no a ganz klare Uffteilung und s gibt koin Schtreit.
Dr Schwob isch saubr.
Für a schwäbische Hausfrau (odr Hausmo, solls ja au gäba) isch des
a riesigs Lob wenn mr zurer secht: "Eier Gehwäg isch abr fei
schee saubr." odr: "S Träppahaus isch so saubr, do
kenntsch vom Boda ässa" obwohl mr eigntlich net vom Boda ässa
sollt.
Wenn dr Mo d Rasa mäht (Dr Mäher isch uff genau 35mm gschtellt),
odr sein Daimlr putzt, no duat Fraa halt s Träppahaus wischa und d
Gehwäg fähga. Natierlich isch des a Gschäft, des kennt mr doch au
übr Näbakoschta von dr Miete an a Putzfirma abdrücka. Macht n
rechta Schwob abr net. Weil nemlich andre net gscheit putza könna
und sowieso koi Ohnung von nix hänn, no mecht mrs halt glei sälbr.
Dr
Schwob isch gsällig.
Ja was glaubat ihr was am Samschdich los isch. Mit Oimr, Lappa
und Meischtr Proppr bewaffnet trifft mr sich im Träppahaus. No isch
des so: Vom Schtock übr oim putzt oine runtr. Wenn die no endlich do
isch wird bahtscht. No putzt mr zu zwoit bis zum nägschta Schtock
nundr. Do trifft mr no nomol a Nachbare. Wiedr wird bahtscht
Des gangt no bis ins Ärdgschoß nundr. Hauptsach isch, daß mr sich
halt trifft und wiedr mol mitnandr schwätzt.
Dr
Schwob isch neigierig.
Fürn Schwob ischs ganz arg schlimm, wenn dr Nachbr meh wois wie
mr sälbr. Deswäge duat mr sich oimol in dr Woch mitm Oimr, Bäsa
und Kehrwisch bewaffna und gangt naus auf d Gehwäg zum Fähga. Weil
jetzt abr au älle anrde grad ihr Schtroßakehrwoch machat, ko mr die
Glägaheit glei nutza um s neieschte zu Erfahra.
Wem sei Onkl isch gschtorba, wellem sei Kindr wellet nur s Gäld vom
Opa und sälbr hat mr ja au a weng was z jammrn. No ko mr glei no a
weng übr d Politikr goscha und übrhaupt war s früher viel scheenr
und bessr.
Dr
Schwob muß bruddln.
Wenn dr Schwob nix zum bruddln hat, no ischs oifach nix. Und weil
mr an d Politikr nix ändra ko, bruddlt mr halt übr den viela Dräck
uffm Wäg und denne Dappr uff dr Träpp. Wenn dr Nachbr mol net so
schee putzt hat isch dr Schwob oifach seelig: "Du Nachbr, do
hasch abr was vrgässa. Den Dräck siehsch scho vom Bodasee."
No wird no a weng übr d Kemie gschimft, weil dr Meischtr Proppr isch
doch beschtimmt net gut fürd Gsundheit und des bücka gangt voll ins
Kreiz nei.
A
tüpischs Gschpräch bei dr Kehrwoch:
(Dr Pfleiderer isch 48, Häusle bald abzahlt und schafft als
Meischtr. Dr Lederer isch 55, Lährer und wohnt im Block bei
Pfleiderers gegaübr.)
Dr Lederer kehrt sein Gehwäg scho a Weile, dr Pfleiderer fangt grad
oh.
Pfleiderer: So, au do.
Lederer: Scho.
P: Fangsch grad ou?
L: Noi, i bin scho fertig.
P: Mr sieht gar nix.
L: Seggl.
P: Musch halt gscheit kehra.
L: Mache scho, abr d Bäsa sin heit au nimme des wasse mol wara.
P: Koi Wundr bei unsra schlechta Ausbildung.
L: Des kommt, weil d Politikr z wenig in Ausbildung neischtecka.
P: Wenn i was z saga hät.
L: Was no?
P: No dät i... Jetz guck dr den Rotzleffl oh! Latscht där durch
mein Dräckhaufa.
P(blägt nübr): He du Grasdaggl! Wenne de vrwisch gibts heiße Ohra!
L: Den kenna mr doch.
P: Des war m Kümmerer sein Olaf. Sei Onkl isch neilich gschtorba.
L: Awa. Was hattrn ghett?
P: Kräbs. Odr Aschbest kennts au gwäsa sei.
L: Soso. Des isch abr koi Entschuldingung sei schlächte Nota.
P: Wo hat dr Olaf schlächte Nota?
L: Mim deitsch hattrs net so ganz.
P: Isch au net so wichtig. Schwätza muß mr kenna.
L: So jetzt binne abr fertig.
P: I au. Komm, ganga mr in d Ocksa nübr.
L: I lad de uffn Trollingr ei.
P(blägt zur Fraa uffm Balkon): Hilde, i komm in nr Schtund wiedr.
L(flüschtrt): Odr in zwoi bis vier.
Die
Kehrwoche ist eine allwöchentliche Aktivität einer besonderen
Spezies von Mensch - dem Schwaben.
Wir wollen uns diese Abart des Saubermachens hier
einmal genauer ansehen:
KLAPP !! - Der Mülleimerdeckel von Frau Nägele schlägt mit lautem
Krachen zu. Natürlich kann man den Mülleimer auch leise schließen,
aber es ist Samstag. Und Samstag heißt bei schwäbischen Haushalten:
"Die Kehrwoche ist fällig!" Oder besser: "Der Kampf
hat begonnen".
Frau Nägele steht bewaffnet mit Hausfrauenkittel,
Putzeimer und Gummihandschuhen vor der Garage und lauscht dem
Wiederhall des Mülleimerdeckels. Wie lange wird es wohl dauern, bis
die Nachbarin den Vorhang beiseite schiebt und sich auf das
Fensterbrett lehnt ? "Morga Frau Nägele ! So, demma
putza?" Aha, sie muss wohl schon am Fenster gestanden haben und
geradezu auf den Mülleimer der Nachbarin gewartet haben...
"Jo, s'muss halt au mol wieder sei, gell? Ond wa
isch mit ihna? Hend se nix zom do ?" Der Kampf beginnt: "Ha
doch, I wollt grad mei Vorhäng wascha, wo ne Sia gseah han."
(eine typische Ausrede, um den Verdacht der Neugierde von sich zu
lenken)
Wir betrachten diese Szene später weiter und wenden
unseren Blick zunächst auf die Häuser der beiden Damen. Der Verputz
an den Wänden strahlt in hellem Glanz, die Blumentöpfe sind frisch
poliert und die Hofeinfahrt weiß gar nicht, ob sie nicht vielleicht
lieber Wohnzimmer sein sollte. Am Auto findet man kein Stäubchen,
die Fenster sind so durchsichtig, als ob sie gar nicht da wären.
Warum also dieser ganze Aufwand?
Nun, es gibt für den Schwaben nichts Schlimmeres,
als der Vorwurf, dass bei ihnen etwas nicht ganz sauber sei. Diese
Anmaßung tut dem Schwaben in der Seele so weh, als wenn man einem
Franzosen sagen würde, er hat keine Ahnung von Käse und Wein.
Und die größte Freude für einen Schwaben ist es,
wenn die Nachbarn sagen: "Sie hend aber a schees
Häusle..." Dann - und nur dann - ist der Schwabe glücklich.
Wenden wir uns nun aber wieder unseren Nachbarinnen zu. Frau
Holzäpfel beginnt damit, die Vorhänge von den Fenstern zu nehmen.
(Nicht, weil sie dringend gewaschen werden müssten, aber so kann sie
Frau Nägele besser beobachten...)
Frau Nägele breitet in der Zwischenzeit ihren
Wohnzimmerteppich auf der eigens dafür in den Boden betonierten
Teppichstange aus, und beginnt mit dumpfen Schlägen auf ihn
einzudreschen. Da aber der Wind ungünstig steht, werden Frau
Holzäpfels Gartenmöbel von einer Staubwolke eingehüllt. Gut, dass
sie gerade am Fenster stand, und das gesehen hat. Sofort rennt sie
mit einem Putzeimer auf die Terrasse und säubert die Stühle. Frau
Nägele hat inzwischen den Teppich fertiggeklopft und wendet sich dem
Treppenhaus zu.
Natürlich ist dieser Teil des Gebäudes der
ursprüngliche Grund für die Kehrwoche. Denn warum sollte einer
immer den Dreck von anderen wegwischen? Da hat der schlaue Schwabe
schnell die Kehrwoche erfunden um sich vor der Arbeit zu drücken!
Und so steht Frau Nägele jetzt in ihrem Treppenhaus
und fegt bis ins letzte Eck hinein. Schließlich kommt hier ja auch
der ganze Besuch vorbei. Und da das Treppenhaus eigentlich schon
vorher ganz sauber war, freut sich der Schwabe ganz besonders, wenn
man während dem Putzen mit dreckigen Schuhen über den sauberen
Boden läuft.
Frau Holzäpfel, die ihre Gartenmöbel todgewischt
hat, kommt auf Frau Nägele zu:"So, wa geits denn bei ihna heid
zom essa?" (Dies ist eine gute Möglichkeit, die Nachbarin in
ein Gespräch zu verwickeln, um ihr dabei Putztechniken abzugucken.)
"Maultascha !" - "G'schmelzt odr in dr Brüh' ?"
- "G'schmelzt !" - "Hano !" (schwäbischer
Ausdruck, der alles sagen kann, im Gegensatz zu "Hanoi")
Frau Nägele schaut Frau Holzäpfel genervt über die
Schulter und meint."Sie, gucket se mol der Hond do hot ihna end
Hofeiffahrt neigschissa..." (Guter Trick, um nervende Schwaben
loszuwerden...) Frau Holzäpfel rennt wie von der Tarantel gestochen
zum Ort des Geschehens und betrachtet sich die Bescherung. Frau
Nägele grinst ihr hämisch zu.
Während nun Frau Holzäpfel den Haufen mit spitzen
Fingern entfernt, fällt ihr etwas ein: Warum macht Frau Nägele
ihre Kehrwoche heute eigentlich selbst? Sie hat doch eine Mieterin,
die diese Woche eigentlich dran wäre...(Ja, die Kehrwoche wird im
Schwabenland sehr gerne als Druckmittel eingesetzt.
So reicht es nicht, wenn die Hausbesitzer selbst
diese Putzwut haben, auch ahnungslose Mieter werden in diesen
Teufelskreis integriert und dürfen alle zwei Wochen die Lappen
schwingen. Erledigen sie das nicht, droht die Kündigung oder
wenigstens die vollkommene Ignorierung durch die Hausbesitzer.)
"Frau Nägele, isch heut net ihre Mieterin dra
mit dr Kehrwoch? Isch die etwa scho wieder im Urlaub?"
(Derartige Fragen werden nur von Schwaben warheitsgemäß
beantwortet, da Nichtschwaben sofort den Hintergrund der Neugier
erkennen...)
"Noi, die hot sich letschd Woch bei dr Kehrwoch' da Zaia brocha.
Se isch 's Gländr naghaglt beim putza."
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