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Die Kehrwoche II
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Original unter:
http://home.t-online.de/home/janvi/kehr/kehr.htm
D´Kehrwoch
Wer hodden do scho wieder sein Dregg nohgschmissa ?
Iberall vergnergelde Babbierla, Ziggareddaschachdla
ond a Haufa andrs Zeigs fahrd rom!
Jetz mache no a Schild noh,
ersch hanne kehrt ond jetzt siehts scho wieder so aus!
Ond merg dr, wemmer sei Sach saubr budzt
na hebds hald au lang.
Wegg mid dem Bubabberlesglombb schdad warda bis am Samschdag.
Au noi, dees hebad mr abr uff, on dees brauched mr noh.
Au dr Pfennig ehra, schnell uff d Schbarkass draga!
Wenn se au Böga schbugged,
doh isch jo viel schneller als mr denga kenna hot, dr ganze Kandel
gschafft gwä.
Ob der neie Miadr dord drieba au saubr kehrt ?
Mid deem muaß i jetzt noh glei dr Drebbadienschd regla!
Komm Fiffi, jetzt isch gschafft, bald kommd dr Frihjohrsbutz.
Original unter: http://www.stuttgart.org/archiv/putz/image.html
Prima: Stuttgarts Image wird
noch besser
Der Schwabe genießt deutschlandweit und international schon heute
ein großartiges Image als eleganter, weltoffener Kehrbesendompteur.
Auch unserer schönen schwäbischen Landeshauptstadt eilt ein
weltweit anerkannte Ruf voraus, als ein Pflaster, wo inmitten
pulsierenden, kulturellen Lebens noch Werte wie
"Sicherheit" und "Sauberkeit" verehrt
werden.
Dieses jetzt schon stolze Image kann durch die spektakuläre
"Let´s Putz Stuttgart"-Aktion unseres verehrten Herrn Dr.
Oberbürgermeisters jetzt noch deutlich verbessert werden.
"Let´s Putz Stuttgart" wird die Kunde in die Welt tragen,
dass es hier in Stuttgart noch Menschen gibt, die sich dafür
einsetzen, die höchsten Lebensziele des Menschen -
"Sicherheit" und "Sauberkeit" - mit
rekordverdächtigen Aktion spektakulär ins Bild der Öffentlichkeit
zu rücken.
Am Erreichen neuer Weltrekorde in so großartigen Disziplinen wie
"Kaugummiles-Papierle-Uffhebe" und
"Sinnlos-Staub-Aufwirble" kann dabei eigentlich kein
Zweifel bestehen, denn dank der hohen Arbeitslosenzahlen hierzulande,
sollten eigentlich auch an den Werktagen genug Mitbürger Zeit
finden, sich an "Let´s Putz Stuttgart" zu beteiligen.
Motivierend könnte bei Arbeitslosen eventuell auch der Hinweis auf
eine dezente Kürzung der Bezüge im Falle des Nicht-Putzens
wirken.
Einen großen Anteil am hervorragenden Image Stuttgarts hat die
schöne Tradition der schwäbischen Kehrwoche, die allwöchentlich
(vorzugsweise samstags) von enthusiastischen Schwaben und von
zähneknirschenden Zugereisten zelebriert wird. Kehrwoche bedeutet
nichts anderes als "Let´s putz dein Haus und alles drum rum,
und zwar gründlich, sonst gibt´s Streß".
Die Kehrwoche wird im Wochenrythmus von jeweils einer anderen
Hauspartie bestritten. Dazu bewaffnen sich die Delinquenten mit den
in den folgenden Abbildung gezeigten unerlässlichen Utensilien und
legt los.
Wichtig ist dabei eine hohe Lärmentfaltung und maximales
Staubaufwirbeln, um den Mitbewohnern zu zeigen, dass jetzt endlich
mal richtig sauber gemacht wird. Diese wiederum achten peinlich genau
auf die korrekte Ausführung der Kehrwoche und weisen die
Delinquenten sofort auf eventuelle Missachtung der Vorschriften
(z.B.: Reststaub auf der oberen Türleiste) hin.
Als vor Jahren der Kehrwochenzwang gelockert wurde und beispielsweise
das bis dahin obligatorische Ausshampoonieren des Mülleimers
abgeschafft wurde, war das ein Schlag mitten ins Gesicht der
korrekten schwäbischen Hausfrau.
Aber dank "Let´s Putz Stuttgart" hat kann sie jetzt
aufatmen und wieder Hoffnung schöpfen. Denn "Let´s Putz
Stuttgart" wird dank des kreativen Einfallsreichtums unseres
verehrten Herrn Dr. Oberbürgermeisters sicher keine Einzelaktion
bleiben.
Die Schwaben scheinen dem Besen etwas mehr Aufmerksamkeit zu
schenken. Hier ist der Besen ein Kultgegenstand. Neben dem Kehren des
Gehsteiges, des Hofes und manchmal auch der Fahrstrasse kommt der
Besen auch beim Frühjahrsputz zum Einsatz. Nicht zu vergessen ist
die Kehrwoche, bei der der Mieter vom Speicher bis zum Keller und vom
Hinterhof bis zur Strassenkandel kehrt.
Original unter: http://www.ihr-erfolg2001.de/inhalt1.htm
Geschäftsideen, die in Deutschland erfolgreich umgesetzt wurden. ..
Kehrwochendienst
In Baden Württemberg besserte ein Student 1995 sein Taschengeld auf,
indem er bei den Leuten anfragte, ob er die "ungeliebte"
Kehrwoche und was dazu gehört erledigen kann.
1/2 Jahr später hatte er schon 180 Mitarbeiter auf 630DM Basis
(damals noch 570.-) und als er über 300 Mitarbeiter hatte, brach er
sein Studium ab und machte dies hauptberuflich.
Original unter: http://www.dgaw.de/ver_14.html
Das Leben macht dreckig, aber wir fühlen uns schmutzig. Beim Schmutz
hört der Spaß auf und fängt die Gesinnung an. Die Forderung nach
Sauberkeit wird so zum Feld für Law and Order.
Was Schmutz ist definiert immer der Stärkere in der Gesellschaft und
übt damit Macht und Gewalt aus. Der normale angepasste Bürger ist
ordentlich und sauber. So empfindet es das gesunde Volksempfinden und
so sagen es die Rechtspopulisten. Die Moral steht rechts und ist
sauber. Die Unmoral steht links und ist schmutzig.
Die Durchsetzung der Regeln erfolgt mit Zwang und Gewalt. Die Gewalt
kann von außen kommen. Es kann aber auch bereits verinnerlichte,
gegen uns gerichtete Gewalt sein.
Wie stark solche Zwänge sein
können zeigt die schwäbische Kehrwoche, das Ergebnis pietistischer
Arbeitshaltung und starker sozialer
Kontrolle.
Original unter: http://www.optikaktuell.de/berater/pflegetip.html
Aber keine Bange - Brille- und Kontaktlinsenpflege ist viel leichter
als Kehrwoche, Autowaschanlage oder Fensterputzen
Mehr
als hundert Interessenten wollen Schrubbtechniken erlernen
Bei der Kehrwoche verstehen Schwaben keinen Spaß.
Das musste jetzt Klaus-Peter Hartmann, Leiter der Volkshochschule
(VHS) Calw, erfahren. Der gebürtige Schwabe hatte einen "Kehrwochen-
Kompaktkurs" für den l. April 1998 in das
VHS-Veranstaltungsangebot aufgenommen.
Bei diesem Datum, dachte er, würde niemand
reagieren. Die "Kehrwoche für Nichtschwaben" fand aber
solchen Anklang, dass aus dem Aprilscherz nun Ernst wird, wenn auch
in etwas abgewandelter Form. Mit dem erstmals ausgeschriebenen
Kompaktkurs würden auch Nichtschwaben mit keinen oder nur geringen
Vorkenntnissen in die Kunst der Kehrwoche eingeführt, erläuterte
das VHS-Programmheft den Kurs. Das vertraut werden mit diesem
einheimischem Brauchtum helfe, sich schnell im Schwabenland zu
integrieren.
Der Kurs biete nach einer mehr theoretischen
Einführung in die "historisch-soziologische Bedeutung" der
Kehrwoche auch praktische Übungen. So würden Materialkunde (Besen,
Schrubber, Kehrblech-Konstruktion) und das Erlernen. der wesentlichen
Griff-, Halte, Schwung- und Schrubbtechniken gelehrt. Am Ende des
Kurses sollten die Teilnehmenden in der Lage sein, selbständig ein
Stück Straße zu kehren, hieß es. Die Teilnehmer müssten Kopftuch,
Kittelschürze und -, für Griffübungen - ein Rundholz von etwa drei
Zentimeter Durchmesser und mindestens einem Meter Länge
mitbringen.
Die Kursdauer war mit fünf mal drei Stunden
veranschlagt, als Gebühr sollten 135 Mark entrichtet werden.
Obgleich mit dieser Beschreibung das VHS-Angebot durchaus als Scherz
erkennbar schien - gingen in kurzer Zeit fast 100 ernst
gemeinte Anmeldungen ein. Darunter waren drei benachbarte
Ortsverwaltungen, die ihren Mitarbeitern den letzten Schliff fürs
Straßenfegen vermitteln wollten. Eine Calwerin meldete ihren Ehemann
an, damit so endlich dessen "Putzdefizite" behoben würden.
Neben weiteren Einzelpersonen - meist aus dem
Landkreis Calw - meldete sich geschlossen eine 35köpfige
Besuchergruppe aus England an, die um den l. April herum den
Nachbarkreis Böblingen bereist. Bei so viel Nachfrage musste
VHS-Chef Hartmann gestern einfach kapitulieren.
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