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Kehrwoche und andere Meedala
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Ab 9.1.2002 gibt es das Kehrwochen-Forum
von Frau Kächele & Frau Peters unter www.fonfara.de/kehrwoche/kehrwoche.htm
Ein unerschöpfliches Thema für alle
Schwaben und alle Zugezogenen ist die Kehrwoche, diese typisch
schwäbische Erfindung aus Nachbarschaftsbespitzelei und
puritanischen Reinlichkeitsritualen.
Die schwäbisch/alemannische Kehrwoche beruht auf einer Vielzahl von Erlassen, die seit Ende des 15. Jahrhunderts im evangelischen Württemberg heraus gekommen sind, um die Menschen zu Ordnung und Sauberkeit im häuslichen Umfeld anzuhalten.
So stand im Stuttgarter Stadtrecht von 1492:
"Damit die Stadt rein erhalten wird, soll jeder seinen Mist alle Wochen hinausführen, (...) jeder seinen Winkel alle vierzehn Tage, doch nur bei Nacht, sauber ausräumen lassen und an der Straße nie einen anlegen. Wer kein eigenes Sprechhaus (WC) hat, muss den Unrath jede Nacht an den Bach tragen".
In der Folge gab es diverse "Gassensäuberungs-Ordnungen", die die Frequenz der erforderlichen Reinigung und die Art der Durchführung genauer regelten.
Gewöhnlich ist in Schwaben und Baden noch heute im Mietvertrag geregelt, welche Partei wann den Gehsteig zu fegen, den Winterdienst zu übernehmen und das Treppenhaus zu putzen hat. Noch heute gibt es in Miethäusern ein Schild mit der Fettdruckaufschrift Kehrwoche, das an der Wohnungstür des jeweils für die Kehrwoche zuständigen Mieters aufzuhängen ist. Hierdurch hat der Hausverwalter jederzeit den Überblick, wen er bei Mängeln in der Reinigung
ansprechen muss.
Da man den Bewohnern von Elsass-Lothringen in der Zeit als Reichsland zwischen 1871 und 1918 versuchte, die schwäbische Kehrwoche näher
zubringen, werden im Elsass deutsche oder vermeintlich deutsche Eigenarten scherzhaft oder abwertend als "Schwabenzeug" bezeichnet.
Also gleich vorweg, die Kehrwoche
ist sinnvoll und wird von mir nach Kräften durchgeführt, bisher
keine Klagen. Aber eines fällt halt doch auf: der Sinn der Kehrwoche
scheint weniger der kollektive öffentliche Sauberkeitswahn zu sein,
sondern vielmehr im Gesehen werden mit Bäsa, Kuddrschauffl,
Kehrwisch, Schrubbr ond Oimr zu bestehen.
Nicht das Ergebnis zählt, sondern
der Beweis: ein überfluteter Kellergang ist wichtiger als eine
saubere Kellertreppe.
Gängige Mittel sind z.B. das Verräumen
sämtlicher Eingangsmatten im ganzen Haus, das absichtliche
Verstreuen von Wollfusseln zur Kontrolle der Nachbarn, das
auffällige und langandauernde Plazieren von Reinigungsutensilien im
ganzen Hause oder einfach das stundenlange Stöhnen mit dem Besen in
der Hand auf dem Gehweg.
Früher gab es überall noch der Kuttereimer. Das war der blecherne Nachfolger des Kutterfasses und der Vorgänger der genormten und aus Hartplastik gegossenen Mülltonne.
Dass dieser bundeseinheitliche Terminus den traditionellen wie scheppernden Kuttereimer weitestgehend verdrängt hat, mag man bedauern.
Mir völlig unverständlich ist das
14-tägliche Auswaschen des Mülleimers, bei man nicht ruhen
darf bis das Zink oder Plastik blinkt, je nachdem welche Tonne man
benutzt.
Daher wundert es mich gar nicht, wenn man im
Internet unzählige Texte geplagter Mitbürger zum Thema Kehrwoche
findet, viele davon habe ich auf den folgenden Seiten zusammengetragen
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