| |
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
Deklination
|
|
|
|
Eigentlich
gibt es im Schwäbischen nur drei eindeutige Fälle: Nominativ,
Dativ und (eingeschränkt) den Akkusativ.
Der Genitiv wird durch 'von' und den Dativ
gebildet, was zu sehr interessanten Kombinationen führen kann:
Die Frau des Lehrers
|
Am Lehrer sei Alde
|
Die Kusine der Frau des Lehrers
|
Am Lehrer seira Alda ihr Bäsle.
|
Das Haus der Kusine der Frau des Lehrers
|
Am Lehrer seira Alda
ihram Bäsle sei Haus.
|
Wem sei Audo isch dees?
|
Wessen Auto ist das?
|
Wem seine Schlissl fahrad dô rom?
|
Wessen Schlüssel sind das?
|
Der Genitiv wird, wie gesehen zwar nicht offiziell verwendet,
aber in eher komplizierten Sätzen wie gang deis Wegs oder Do könndsch doch
s´Deifels werda, blitzt er ein wenig hervor.
Der Akkusativ macht vielen Schwaben Mühe, so dass man den
Unbilden der Grammatik elegant aus dem Weg geht:
'Lang mir dr Hammer romm!' - statt - 'Gib' mir den Hammer herüber.'
'Dees kôsch en dr Sagg schdegga!' - statt - 'Das kannst Du in den
Sack packen!.'
Im Hochdeutschen heißt es "jemanden anrufen" (Akkusativ), im
Schwäbischen verwendet man den 3. Fall (Dativ), es heißt also
"jemandem anrufen".
"Rufst du mich morgen an?" heißt also übersetzt ins
Schwäbische "Dädsch mr morga arufe?"
|
|