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schwabissimo - die schwäbischen Momente im Netz !


schwabissimo - die schwäbischen Momente im Netz ! 

Anekdoten 1


 

Ich liebe und verehre eine ganze Reihe von schwäbischen Anekdoten, weil sie so treffend bestimmte Sachverhalte auf den Punkt bringen. Außerdem lockern sie so manches Gespräch bestens auf ..

Maulfaulheit
Vater und Sohn fahren von Münsingen (also von der tiefsten Alb) nach Stuttgart, damit 'das Biable' auch einmal die Residenz sieht. Geredet wird nichts, aber einmal zeigt der Bub doch zum Fenster hinaus und meint 'Gugg vaddr, do schdood dr Haber abbr schee.' Der Alte nickt nur. 
Nachdem man den ganzen Tag in Stuttgart herumgelaufen ist, fährt man am Abend wieder hinauf auf die Alb. Man redet immer noch nichts, der Vater zieht schweigend an der Pfeife. Als sie dann an der Stelle vorbeikommen, wo der Hafer so schön stand, nimmt er die Pfeife aus dem Mund, deutet mit dem Pfeifenstiel aus dem Fenster und sagt: 'Dr Woiza au.'

Zwei Brückenwächter spielen Karten in ihrer kleinen Wachstube. Plötzlich hören sie lauten Tumult vor dem Fenster, weswegen einer aufsteht und sich aus dem Fenster beugt. Blitzschnell bekommt er eine kräftige Ohrfeige verpasst und zieht sich daher wieder ins Innere zurück. Nun will auch der andere Wächter sehen, was los ist, steckt ebenfalls den Kopf nach draußen, .. und bekommt ebenfalls eine schallende Ohrfeige. 
Schweigend spielen sie einige Zeit weiter, dann sagt der eine 'Ha, jetzt sag amol, was hosch'n Du eigentlich do draussa gseha?' Der andere denkt lange nach und meint dann 'I glaub's gleiche weder denn dass Du.'

Einen Schwaben trifft, mitten unter seinen Stammtischbrüdern, der Schlag und er sinkt tot zu Boden. Man berät bei einigen Vierteln Wein, wer seiner Frau die traurige Botschaft überbringen sollte und bestimmt dann einen Zechbruder per Los. 
Als dieser an der Türe klingelt, ruft die Frau von oben herab 'Bringad dr scho wieder den bsoffena Sack? Oh, wenn den no dr Deifel hola däd.' - 'Hod dr scho', ruft der Bote nach oben und strebt wieder der Wirtschaft zu.

Nüchternheit
Eine Frau liegt im Sterben. Sie hat noch einen Wunsch und bittet ihren Mann, ob er ihr nicht ein Stück Guglhupf mit viel Rosinen (=Zibeba) drin besorgen könne. Da meint ihr Mann 'Ha Weib, jetzt werd no nedd glüschdig, jetzt wird nemme zibebalet, jetzt wird gstorba.'

Ein Mann liegt im Sterben. Er hat noch einen Wunsch und bittet seine Frau um ein letztes Gläschen Wein, nur ein winziges Schlückchen. Da meint seine Frau 'Oh Mââ, jetzt bhilf dr hald no so vollends niebr.'

Ein wackerer Schwabe heiratet und wird nach einem Jahr von seinem Freund gefragt, wie es denn so laufe mit dem Eheleben. 'Ha, was solle sage, ledig isch jo au nix.'

Wann die beste Zeit zum Heiraten sei, wurde ein alter Junggeselle gefragt. "Des kann i dir ganz genau saga: bis vierzige no net, ond noch vierzige nemme!"

Zwei Schwaben treffen sich auf dem Feld. Als in der Ferne Rauchschwaden auf ziehen, aus der Richtung wo Karle sein Hof hat. Fragt dr Gottlob: „Sag amol Karle, rauchat eigentlich deine Hasa?“- “Noi worom?” - “Ha, no brennt dei Schdall.”

S'treffat sich Pfleiderer ond Häberle. (Pfleiderer und Häberle sind schwäbische Originale). Meint der Pfleiderer zom Häberle: 'I gang ens Stickle' (Ich gehe in meinen Garten). Sagt der Häberle zum Pfleiderer: 'Oh je, I ben auf dem Weg noch enna (innen).' Der Pfleiderer schaut ihn  lange an und meint dann zum Häberle:  'Also des wär mir z’weit (zu weit)!.'

Ein schwermütiger Tübinger Weingärtner arbeitet stundenweise im Garten eines Professors. Eines Morgens klingelt sein kleiner Sohn bei der Frau des Professors und erklärt das künftige Fernbleiben seines Vaters mit den Worten: 'Guada Morga Frau Profässr, dr Vadr häb heid nedd komma kenna, er häb sich heid nachd khengd!'

Sparsamkeit und Geiz
Eine Frau schaute jeden Morgen, kaum dass es Tag war, zum Fenster hinaus. Schließlich fragte eine Nachbarin, ob sie denn nicht schlafen könne, weil sie immer so früh auf sei. 'Jo, schlofa könnt i scho, aber bei dera langa Schloferei macht mr meh am Bedd hee, als Goddes Will isch.'

Ein Schwabe muss ins Krankenhaus und bekommt Besuch von seiner Tochter. Es ist gerade Zeit für den Mittagskaffee und auf dem Nachttisch liegt ein fast aufgegessenes 'Gsälzbrot. Die Tochter macht große Augen, denn zu Hause hat der Vater nie ein Brot mit Marmelade angerührt. Jo woisch', meint er, 'zahlt isch, naa mueß.'

Ein kleines 'Büble' steht beim Metzger und kauft ein. Zum Schluß verlangt er noch 'a bissle Wurschd für da Hund, abbr nedd so fett wie beim ledschda Môl, am Vaddr isch drvo ganz schlechd worda.'

Schwäbischen Frauen wird (zu unrecht !) nachgesagt, sie würden auch nach dem besten Sex ihre neue Bett-Bekanntschaft fragen 'Du sag amol, Schätzle, isch dia Schrankwand scho zahlt ?'. Verbürgt ist aber der Ausspruch ein Göppingerin, die da sagte, 'So, jetz isch mei Schlofzimmer abzahlt, jetz lasse d'Männr an me no'.

Als der Pfarrer Flattich vom Herzog an die sonntägliche Tafel nach Schloß Solitude befohlen wurde, kam dieser, ohne sich wie damals üblich, die Haare gepudert zu haben. Der Herzog fragte ihn sofort nach dem Grund, worauf der wackere Pfarrer meinte "Eier Durchlaucht, ich brauch mei Mehl zu meine Spätzla !"

Weltoffenheit

Als Kolumbus in Amerika landete, war unter sein Mannschaft ein Schwabe. Zu dem freudigen Ereignis bekommen alle Landurlaub, der Schwabe kommt als einziger zu spät wieder aufs Schiff. Kolumbus staucht ihn tüchtig zusammen und fragt, warum er so spät komme. Da meint der wackere Matrose 'Entschuldigad Se vielmols, Herr Kolumbus, abr i han an Landsmann aus Sendelfinga troffa.'

Ein Schwabe kann die Relativitätstheorie ganz einfach erklären, schließlich hat ein Schwabe sie erfunden. Als also ein Schwabe einen Kollegen bittet, ihm den Ausdruck relativ zu erklären, meint dieser: "Also, pass uf: Wenn du dei Nas en mein Hintern steckscht - no hoscht du e Nas em Hintern ond i han e Nas em Hintern. - Aber i bin relativ besser dra!"

Fortsetzung

 
 

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