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Wie schon an anderer Stelle
beschrieben,
wird in Baden-Württemberg eine ganze Reihe von unterschiedlichen
Dialekten gesprochen, darunter auch das Fränkische.
Man stößt auf die Franken, wenn man die Bahnlinie
Heilbronn-Crailsheim in Richtung Nordosten überquert und so vom Unterland
in die Hohenlohe ('Haualau') kommt.
Die Franken sind ein
eigener Volksstamm, also keine Alemannen wie anderen Bewohner
Baden-Württembergs.
Zu Württemberg gehören die Franken im Hohenloher Land seit gut
170 Jahren, vorher waren sie Untertanen des Fürsten von Hohenlohe. Das
Verhältnis zu den Franken im Ländle ist unkompliziert und nicht von
soviel historischer Aufgeregtheit geprägt, wie das Verhältnis zwischen
Schwaben und
Badenern.
Dies mag mit der fränkischen Natur zusammenhängen, die sehr
viel vorsichtiger und diplomatischer ist, als die schwäbische, die gerne
mit der Türe ins Haus fällt.
August Lämmle hat es mal so auf den Punkt gebracht:
Der Franke
lächelt, der Schwabe lacht; der Franke ist heiß, der Schwabe hitzig;
der Franke ficht mit dem Degen, der Schwabe mit dem Säbel; der Franke
ist kirchlich, der Schwabe fromm; in Franken sagt man schöppeln, in
Schwaben sagt man saufen; wenn eine ledige Tochter ein Kind bekommt sagt
der fränkische Vater: 'Se hat halt net gfolcht !', der schwäbische
Vater: 'I schlag se tot!'; in beiden Fällen wird dann aber das Kind von
den Großeltern mit aller Liebe und Zärtlichkeit aufgezogen.
Drei Anekdoten mögen die bestimmte, aber konziliante
fränkische Art verdeutlichen:
Auf einen
Bauernhof kommt eine Zigeunerin, der Bauer ruft ihr schon von weitem
entgegen 'Du, die wenn e net siech, is mrs liewer. Seit Du`s letztmol uff
mam Hof gwesa bist, hob i ma Baile (Beil) nimme.' - 'Ha, du werst doch
net soocha wölla, dass i dei Baile gstohla hobb?' - 'Na, des will i net
soocha, aber wenn du net uff man Hof kumma wärst, hätt i mai Baile
noch!'
Ein
fränkisches Kind musste in früheren Jahren immer wieder Waren zu einem
weit entlegenen Bauernhof hinausbringen. Für diesen Botengang bekam es
von der Bäuerin jedesmal ein Ei geschenkt. Eines Tages vergaß die
Bäuerin dem Kind das Ei zu geben. Ein schwäbisches Kind hätte nun
vermutlich nichts gesagt, seinen Frust in sich hineingebruddelt und wäre
gegangen. Das fränkische Kind aber fragte ganz freundlich: 'Lecha Eure
Hühner nimme?'
Die Stimme
eines fränkischen Gemeinderates sollte in einer wichtigen Abstimmung den
Ausschlag geben, was ihm sehr unangenehm war. Er zog sich schließlich
mit folgenden Worten aus der Schußlinie: 'I sooch net sou und sooch net
sou. Wenn i sou soocha tät oder sou, no könnt aaner kumme und soocha, i
häb sou gsoocht oder sou.'
Die Franken sind umgänglicher und geselliger als die Schwaben.
Sie haben es bis heute geschafft, ihre Eigenheiten samt Mundart zu
bewahren, obwohl Ihnen ein eigenes Bundesland verwehrt blieb und die
meisten Franken dem wenig geliebten Bayern 'zugeschlagen' wurden. Was sie
mit den Schwaben verbindet ist die Liebe zum Wein und zum guten Essen.
Bevor nun diese Seite zu lange wird, .. wie sagte mein
fränkischer Ex-Schwiegervater immer, wenn ihm ein Besuch, mit dem damit
verbundenen Kindergeschrei, zuviel wurde:
'So schö dass`er do wart, kommt gut ham und fahrt vorsichtig !'
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