Ich bin als Kind immer davon ausgegangen, dass meine Familie Mangold aus Weiler in den Bergen stammt, einem kleinen Ort in der Nähe von Schwäbisch Gmünd (im Remstal, 50 km östlich von Stuttgart).

Doch später verunsicherte mich der Eintrag im Duden-Lexikon:

Mangold (Beta vulgaris var. cicla) Familie der Gänsefußgewächse, Form der Runkelrübe, Gemüse...
Außerdem wunderte ich mich, warum der Spitzname meiner Mutter zeitweise Schbinade (hochdeutsch etwa: Spinatwachtel) war.

Vollends aus dem Fugen geriet mein Weltbild, als ich in Büchern folgendes entdeckte:

Bereits vor 4000 Jahren wurde der Mangold im Nahen Osten verzehrt. Bis zum 17. Jahrhundert war er wohl das beliebteste Gemüse in Westeuropa, bis er vom Spinat verdrängt wurde. Seit wenigen Jahren gewinnt er bei uns aber wieder an Bedeutung. Italien und Frankreich sichern vor allem eine beinahe ganzjährige Versorgung unserer Märkte. Aber auch in Deutschland wird er verstärkt wieder angebaut.

Botanisch ist der Mangold mit der roten Beete verwandt, doch werden nicht die Knollen, sondern die Blätter und Stiele verzehrt. Sein Geschmack ähnelt dem des Spinats, ist jedoch würziger und mit einem feinen Nusston versehen. Es gibt vor allem drei Sorten, die sich aber geschmacklich kaum unterscheiden.

Der Name Mangold geht vermutlich auf das altdeutsche Wort Managolt oder Managwalt  = Vielherrscher zurück. Damit soll ausgedrückt werden, dass der Mangold Vorzüge hat, die ihn  als Beherrscher anderer Pflanzenarten erscheinen lassen.

Es gibt zwei Mangold-Varianten:

Schnitt- oder Blattmangold Beta vulgaris var. vulgaris (Beißkohl) mit roten Stielen, die aromatische Art. 
Der rotstielige Mangold wirkt sehr dekorativ, allerdings geht die Rotfärbung beim Blanchieren verloren. 
Um seine Rotfärbung zu erhalten sollte man ihn möglichst kurz blanchieren und anschließend in etwas karamelisiertem Zucker (aufgelöst in etwas Blanchierwasser), Butter und Salz schwenken und sofort servieren

Stiel- oder Rippenmangold Beta vulgaris var. flavescens mit dick und breit ausgebildeten Blattstielen (Römischer Kohl). Gezüchtet in den Farben grün, rot, weiß, rosa, creme, gelb und goldgelb ist schmackhaft wie Salat, wird aber gerne auch als dekorativer Blickfang verwendet.

Mangold ist eine zweijährige Pflanze, die ab dem ersten Jahr geerntet wird und im zweiten Jahr blüht. Das Saatgut besteht aus 'Knäueln". Jedes Knäuel enthält zwei bis fünf Samen und bringt meist mehrere Pflänzchen hervor.

Ausland: engl.: Chard, spinach beet, franz.: poirée, cote de bettes, ital.: bietola

Achten Sie auf möglichst makellose Stiele und feste, knackig-grüne Blätter. Sind diese schon leicht welk, lassen Sie den Mangold liegen, er schmeckt dann oft schon leicht strohig.

Die Mangoldsorten unterscheiden sich nicht nur unwesentlich im Geschmack, auch die Zubereitung ist bei allen Sorten identisch. Der Wurzelansatz und eventuell braungefärbte Stellen sind zu entfernen, danach den Mangold gründlich waschen.

Die Stiele haben eine längere Garzeit, also werden Sie von den Blättern abgetrennt. Die Blätter können zum Beispiel als Rouladenhülle für Fisch und Fleisch verwendet werden. Als Gemüse schneidet man Stiele und Blätter in Streifen. Dann Stiele andünsten und mit Wasser angießen, 10 Minuten garen, dann Blätter dazugeben und 5 Minuten weitergaren. Am besten schmeckt er so mit weißen Saucen. Mangold lässt sich als Beilage zu Fisch und Fleisch, zu Gemüselasagne, Eintöpfen, herzhaften Kuchen verwenden. Blanchiert lässt sich Mangold gut einfrieren.

Ob der Mangold wirklich Magenbeschwerden und Nervosität lindert, sei dahingestellt. Was die Inhaltsstoffe anbelangt ähnelt der Mangold sehr dem Spinat, nur liegt er bei allen Inhaltsstoffen etwas niedriger. Er enthält reichlich Provitamin A, Vitamin B2 und Vitamin C sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Die Aminosäure Betain ist verantwortlich für die Fettverdauung und regt Leber und Galle an. Es wirkt antibakteriell und stärkt zusammen mit Vitaminen und Mineralstoffen die Abwehrkräfte des Körpers. Die lebenswichtige Folsäure ist maßgeblich an der Blutbildung beteiligt. Mangold gilt in der Volksmedizin als Helfer bei Bronchitis und Lungenentzündung.

Da sowohl Spinat als auch Mangold Oxalsäure enthalten, die das Kalzium bindet, wird empfohlen, möglichst noch am gleichen Tag kalziumhaltige Nahrungsmittel z.B. in Form von Milchprodukten zu sich zu nehmen. Die negativen Auswirkungen relativ hoher Nitratwerte können durch Zugabe von Vitamin C (z.B. Zitronensaft) abgemildert werden. Außerdem enthalten Gemüsearten aus dem Freilandanbau normalerweise niedrigere Nitratwerte als vom Anbau in Gewächshäusern.

Die Blätter enthalten je 100g essbarer Anteil
Eiweiß 2,1g * Fett 0,3g * Kohlenhydrate 0,7g * Ballaststoffe 2g * 24 kcal oder 99 kJ * Natrium 90mg * Kalium 376mg * Calcium 103mg * Phosphor 39mg * Magnesium k.A * Eisen 2,7mg * Fluor k.A. * Vitamin A 0,6mg * Vitamin B1 0,07mg * Vitamin B2 0,13mg * Vitamin C 35mg * Vitamin E 1,5mg

Pflanzzeit 
Ab Ende März - Juni ins Freiland

Erntetipp 
Bei wiederholter Nachsaat kann man fast den ganzen Sommer Mangold ernten. Man entfernt dabei nie mehr als 1/3 der Blattmasse und nimmt immer zuerst die äußeren Blätter. Will man erst im folgenden zeitigen Frühjahr Mangold ernten, so häufelt man die Pflanzen an oder bedeckt das Beet mit Laub. Wenn man die Herzblätter stehen lässt und stets nur die äußeren Blätter vorsichtig mit einem Messer schneidet, kann man die ganze Saison über ständig ernten. Aussaaten sind bis in den Juli hinein lohnend. Vor allem die Sommeraussaaten eignen sich zum Überwintern. 

Der zarte Austrieb im Frühjahr gilt als besonders delikat. Deshalb sollte man immer einige Mangoldpflanzen im Gemüsebeet stehenlassen.

Überwinterung:
Schnittmangold ist der widerstandsfähigere Mangold. Er kann im Freien überwintern und ständig bis zum Frühjahr genutzt werden. Eine Abdeckung mit Reisig, Laub oder Stroh ist besonders bei Kahlfrösten wichtig. Stielmangold übersteht den Winter meistens nicht und wird daher im Herbst geerntet.

Standort/Nährstoffversorgung
Mangold ist ein Tiefwurzler, weshalb ein tiefgründiger Boden bevorzugt wird. Vor dem Aussäen ist eine Kompostgabe sinnvoll, da Mangold ein Starkzehrer ist und viele Nährstoffe benötigt. Während der Hauptwachstumszeit und nach dem Ernten einiger Blätter und Stiele sollte alle zwei bis drei Wochen eine leichte Stickstoffdüngung durchgeführt werden.

Während des Wachstums benötigt der Mangold ausreichend Wasser. Um die Verdunstung zu reduzieren, ist eine Mulch-Schicht aus Grasschnitt sinnvoll.

Vermehrung
Die Reihenweite beim Aussäen sollte bei dem Blattmangold 30 cm, bei dem Rippenmangold 40 cm betragen. Die Abstände der vereinzelten Pflanzen 20 bzw. 40 cm. Die Zwischenräume können mit Sommerspinat oder Radieschen gefüllt werden. Einige wenige Pflanzen (3-5) reichen für einen Normalhaushalt. Das Saatgut besteht aus Knäuel, d.h. aus einem Korn können sich 2-4 Pflanzen entwickeln.

Eine bewährte Sorte ist 'Lukullus', die sich sowohl als Blatt- als auch als Rippenmangold nutzen lässt. Für die Freunde von ausgefallenem Gemüse ist 'Vulkan' ein Muss. Diese Sorte bildet auffallende feuerrote Rippen und Blätter. 'Vulkan' kann durchaus mit Blumen im Zierwert mithalten und beweist, dass Gemüse sowohl schmackhaft als auch schön anzusehen ist. Geringe Bodenansprüche, wärmeliebend. 

Fazit:
Da ich 190 cm lang bin und eher schmal, scheine ich also mehr ein Rippenmangold zu sein. Dafür spricht auch der Lukullus, da ich sehr gern koche und noch 'gerner' esse und trinke.

Mangolds werden n i e welk und schmecken immer köstlich, obwohl ich schon über 50 bin, gibt es keinen Grund mich links liegen zu lassen, von strohig keine Spur, alles knackig .. vor allem in den Gelenken knackt es verdächtig.

Der feine Nuss-Ton fehlt bei mir, meine Haut tendiert doch mehr zur vornehmen Blässe (wurde ich als Kind etwa blanchiert??), nur im Gesicht zeigt sich die schwäbische Röte an den Wangen und 'em Jäschd' auch am Hals.
Dass braungefärbte Stellen zu entfernen sind, bitte ich mir aber aus, ja haben wir denn nix aus der Geschichte gelernt???

Typisch für meine Familie auch der weite Setzabstand, man rückt sich nur ungern bhäb auf die Pelle, sondern hält lieber auf Abstand..

Und wer lässt sich schon gern die Herzblätter abschneiden ?? Mit dem Messer !!?? 
Ein gebrochenes Herz reicht da völlig, das in blanchierten Zustand ja gut einzufrieren ist.

Auf jeden Fall, Mangold ist in, Mangold ist gesund und im Frühjahr besonders delikat. Ich mag mich am 'meisten', als Umhüllung eines saftigen Lachssteaks, in der Pasta oder in einer Lasagne, weniger dagegen als grünes Überbleibsel zwischen den Zähnen ..

Tja, jetzt weiß ich also, woher ich komme, und das mit der grünen Farbe bekomme ich irgendwann auch noch hin. 

Und der rote Stiel ? 
Also das geht nun wirklich niemanden etwas an !

Ihr 
Peter-Michael Mangold