www.woxikon.de  Sie suchen ein Wörterbuch? Mein Tipp: www.woxikon.de  www.woxikon.de

 

 

schwabissimo - Die schwäbischen Momente im Netz - Schwaben, schwäbischer Dialekt, Humor und Geschichte(n)

 

Übersicht   Schwäbisch-Kurs   Lexikon   Schwäbisch-Test   Witze   Anekdoten   Binokel    Kehrwoche   Meedala   Essen &Trinken   Geschichte

Baden-Württemberg bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaften

Im Norden das Unterland, also die Gegend um Heilbronn. Die Landschaft ist vom Weinbau geprägt, hier ist das Zentrum der schwäbischen Weinproduktion. Runde Hügel, viele malerische Dörfer und als Kontrast die aufstrebende und rührige Stadt Heilbronn mit Ihren über 100.000 Einwohnern. Der hier gesprochene Dialekt lässt schon die Nähe zur Hohenlohe und zum Fränkischen erahnen und hat nicht mehr viel vom harten schwäbischen Tonfall.

Ganz im Süden liegt das schwäbische Meer, der Bodensee, mit dem katholischen oberschwäbischen Hinterland. Günstige klimatische Bedingungen schaffen ein fast mediterranes Flair, stellvertretend dafür sollen die Insel Mainau und Meersburg am Bodensee genannt werden. Im Hinterland findet sich viel an barock-behäbiger Kunst, denken Sie an Wangen, Saulgau oder Ravensburg. Der alemannische Dialekt klingt ein wenig nach Schweiz und klingt immer etwas, als würde man beim Sprechen über holpriges Kopfsteinpflaster fahren, odr it ?

Das Rheintal im Westen, als Zentrum des badischen Weines und die wohl kulinarisch am höchste entwickelte Region Deutschlands, reicht vom Markgräfler Land, als wärmsten Fleck, rund um Freiburg, über Lahr, Baden-Baden bis nach Karlsruhe und Mannheim und wird von der Bundesautobahn A5 komplett zerschnitten. Bei den in- und ausländischen Besuchern hoch im Kurs, steht der Schwarzwald mit seinen riesigen dunklen Nadelwäldern, den typischen Schwarwalddörfern und -häusern, und dem Feldberg als höchstem Punkt im Ländle. 
Gesprochen wird der badische Dialekt, der sehr weich und verbindlich sein kann. Erkennungsmerkmal: Adda für Auf Wiedersehen zu sagen. 

Bernd Mutschler merkte hierzu am 25.1.2002 per eMail an:
Natürlich wird nicht im ganzen Schwarzwald der badische Dialekt gesprochen. Im Raum Nagold - Calw - Freudenstadt wird selbstverständlich Schwäbisch gesprochen und wir sagen nicht "Adda", sondern "Ade". ;-)
Für uns "Dachtraufschwaben" ist es sehr wichtig, nicht mit den im restlichen Schwarzwald wohnenden "Gealfiaßlern" in einen Topf geworfen werden, bilden wir doch quasi die letzte schwäbische Bastion, die vor den badischen Invasoren schützen soll. Und auch wenn wir zum Regierungspräsidium Karlsruhe gehören, sind wir bekennende "Sauschwoba". ...

Im Osten Richtung Bayern die schwäbische Alb, das Kernland des bäuerlichen Schwabens. Eine einzigartige Landschaft aus unzähligen Hügeln und Bergen, durchschnitten mit reizvollen Tälern mit Bächen und Flüsschen. Dazu die Albhochfläche mit dem rauen Klima und dem harten Schwäbisch, sowie die Ostalb als Bollwerk zum Fränkischen mit den Städten Heidenheim, Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd. Dialektmässig absoluter Hardcore, hier gibt es noch Menschen die so sprechen, als hätten Sie eben eine Klobürste verschluckt.

Dazwischen als Verwaltungs-, Ballungs- und Handelszentrum der mittlere Neckarraum rund um die Landeshauptstadt Stuttgart. Viele alte Städte wie Esslingen, Waiblingen, Ludwigsburg, Leonberg oder Böblingen bilden einen wirtschaftlichen Speckgürtel, ehemals verschlafene Dörfer sind zu bevorzugten Wohngebieten der Pendler geworden. 

Firmen wie Daimler-Chrysler, Porsche, Bosch, Mahle oder Debis haben den Ruf und die Erzeugnisse von Stuttgart in alle Welt getragen. Das behäbige und gemütliche Honoratioren-Schwäbisch prägt den Dialekt, Figuren wie Willi Reichert (Ja ja, so so"), Uli Keuler ("Märgadd se sich dia Schdell guad"), Otto Braig ("Oh Du Wälld") oder Bienzle ("Dr Gächdr soll komma") stehen dafür als typische Vertreter

Auf kleinsten Raum findet der Besucher Abwechslung satt. Ein Beispiel für viele: In Lorch im Remstal liegt z.B. im dortigen Kloster die Grabstätte der Staufer. Nur wenige Kilometer weiter kann man den berühmten Knick des römischen Limes von einem Wachturm aus besichtigen und sieht von dort aus die drei Kaiserberge, darunter den Hohenstaufen, die Wiege der Staufer. Zehn Fahrminuten weiter lockt Schwäbisch Gmünd mit dem Münster und vielen mittelalterlichen Gebäuden und Türmen. Oder man fährt Richtung Stuttgart und kehrt in eines der vielen gemütlichen Weinlokale in Kernen, Endersbach oder Strümpfelbach ein und vertritt sich anschließend die Beine bei einem Spaziergang durch die Weinberge.

Schon zur Römerzeit waren große Teile Baden-Württembergs besiedelt, im Mittelalter wurde auf jedem brauchbaren Hügel eine Burg gebaut und das städtische Bürgertum wetteiferte um den schönsten Marktplatz und die prunkvollste Kirche. 
Ergebnis: Wo man geht und steht, fällt man über Sehenswürdigkeiten zuhauf. Egal ob man an Kirchen, Burgen, Schlössern, Ruinen, Museen, malerischen Städten, reizvollen Landschaften oder blühenden Fabrikanlagen Interesse hat, oder aber es sich nur leiblich gut gehen lassen möchte, es fehlt wahrlich an nichts und die Tourismuswirtschaft vermarktet gekonnt auch noch den letzten Hühnerstall.

Auch der Wintersportler kommt auf seine Kosten, sofern mal Schnee liegt. Überall am Rande der schwäbischen Alb gibt es unzählige Skilifts und gespurte Loipen, ansonsten gibt es ja noch den Feldberg, der ziemlich schneesicher ist. Oder man rutscht mal in ein oder zwei Autostunden ins Schweizer oder Bayerische Ausland und frönt dort dem Wintersport.

Auch wenn die vielen aufstrebenden Kreisstädte kulturell große Anstrengungen unternehmen, bietet Stuttgart sicherlich dem Kunstfreund am meisten. Oper, Ballett (mit dem Cranko-Wunder), Schauspiel, Musical (mit und ohne Rolf Deyhle), Konzert oder Komödie, die Auswahl ist groß und die Stuttgarter Museen haben nicht nur architektonischen Weltruhm.

Sportlich verweist man hierzulande gerne auf diese Leichtathletik- Weltmeisterschaft vor etlichen Jahren, bei der sich das Stuttgarter Publikum als Weltspitze präsentierte. 

Der Wirtschaft in Baden-Württemberg geht es derzeit wieder sehr gut, man hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Daimler-Chrylser (schon der Name sagt's) baut wieder richtige Autos, Porsche läuft prächtig und die ganzen Zulieferer profitieren vom Boom. 

Dank dem ehemaligen Ministerpräsidenten "Cleverle" Späth wurde das Ländle schon früh für die Möglichkeiten der IT-Branche sensibilisiert (trotz IBM) und überall schießen kleine Sillicon-Valleys aus dem Boden.

Baden-Württemberg ist die Heimat der mittelständischen Betriebe und daher war es nur logisch, wenn hier das Stammland der liberalen FDP war. Bedauerlich dass derzeit kein Heuss weit und breit mehr zu sehen ist, gell Osterwelle.

Der wirtschaftliche Aufschwung des mittleren Neckarraumes und die Asylantenflut vor einigen Jahren haben zu einem sehr hohen Ausländeranteil im Ländle geführt. Gott sei Dank aber zu nur relativ wenig Fremdenhass, wozu sicherlich die typisch schwäbische Vor- und Nachsicht Fremden gegenüber beigetragen hat. 

Es gibt  unzählige ausländische Mitbürger, die mittlerweile die Kehrwoche voll Inbrunst verinnerlicht und die Verhocktheit der Schwaben mit vielen kulturellen Tupfern aufgebrochen haben. Niemand mag mehr nur Maultaschen und Rostbraten essen, wie erfreulich die kulinarische Vielfalt aus Griechen, Italienern, Spaniern, Chinesen, Thailändern uvm.

 
 

Übersicht  Schwäbisch-Kurs  Lexikon  Witze  Anekdoten  Kehrwoche  Meedala  Essen&Trinken  Geschichte

 
  

Startseite  -  peter-michael mangold  -  last update: 31.01.2012 18:16  -  Impressum