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Wenn eine
staatliche Behörde schriftliche Mitteilungen macht, verwendet sie natürlich Briefbögen mit dem
Landeswappen. Eine besonders
schöne Ausführung des Landeswappens ziert die Stirnseite des
Sitzungssaales im baden-württembergischen Landtag in Stuttgart.
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Das
Landeswappen..
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im baden-württ. Landtag
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Wer das Große
und wer nur das Kleine Landeswappen von Baden-Württemberg
führen darf, ist präzise (Beamte halt!) festgelegt: Landtag, Landesregierung, der Ministerpräsident, die Ministerien, die
Landesvertretung beim Bund, der Staatsgerichtshof und die obersten
Gerichte des Landes, der Rechnungshof sowie die Regierungspräsidien
führen das Große, die übrigen Landesbehörden und die Notare
das Kleine Landeswappen.
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Die
Verfassung von Baden- Württemberg bestimmt in Art. 24.1
lediglich die Landesfarben Schwarz-Gold. Das Landeswappen
werde dann durch Gesetz bestimmt.
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Die Farben Schwarz
und Gold sind in einem um 1265 geschriebenen lateinischen Gedicht des
Züricher Klerikers Konrad von Mure überliefert:
Suevorum ducis
est gilvus color hunc ita ponis, ut super hunc nigri pingatur forma
leonis
(des
Herzogs der Schwaben Farbe ist gelb, trage sie so auf, dass sich auf
ihrer die schwarze Löwengestalt abhebt).
Mit einem
nüchternen Gesetzestext, den der Landtag am 3. Mai 1954
verabschiedete, wurden die beiden Wappen beschlossen:
(1) Das Wappen des
Landes Baden-Württemberg zeigt im goldenen Schild drei schreitende
schwarze Löwen mit roten Zungen. Es wird als großes und kleines
Landeswappen geführt.
(2) Im großen Landeswappen ruht auf dem Schild eine Krone mit
Plaketten der historischen Wappen von Baden, Württemberg,
Hohenzollern, Pfalz, Franken und Vorderösterreich. Der Schild wird von
einem goldenen Hirsch und einem goldenen Greif, die rot bewehrt sind,
gehalten.
(3) Im kleinen Landeswappen ruht auf dem Schild eine Blattkrone
(Volkskrone).
Das Landeswappen mit den drei schwarzen schreitenden Löwen auf
goldenem Grund war für die Bürger etwas ganz Neues, man muss sich dazu
die jeweiligen Vorgeschichten ansehen:
Die Vorgeschichte in Württemberg
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Landesflagge seit 1848
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Landesflagge seit 1918
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Staatsflagge seit 1862
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Staatsflagge 1900 bis 1918
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Flagge des Königs
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Flagge der Königin
(mit dem Farben von Schaumburg-Lippe)
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Man hat
also nicht
einfach die Wappen von Baden und Württemberg zusammengezogen, wie im
Wappen von Württemberg-Baden (1945 bis 1952) und wie es mit dem Namen
des neuen Landes geschah. Das Landeswappen greift mit den drei
staufischen Löwen auf eine Zeit zurück, als der Südwesten weithin
von den Staufern beherrscht war. Sie waren Herzöge von Schwaben, und
sie hatten Besitz in Ostfranken und in der Pfalz.
Die drei Löwen
waren auch im Wappen des Königreichs Württemberg von 1817-1918 zu
finden. Das Wappen des neuen Bundeslandes verweist uns auf die
Geschichte des südwestdeutschen Raumes. Schwarz und Gold sind die
Landesfarben.
Der Bezug zur
Geschichte wird noch deutlicher in der Wappenkrone des großen
Landeswappens. Herausgehoben in der Mitte stehen die Wappen der
wichtigsten Bestandteile des Landes: Der rote Schrägbalken auf
goldenem Grund ist das Wappen des ehemaligen Landes Baden und seines
Herrscherhauses.
Daneben - an der
nach der Wappenlehre weniger vornehmen Stelle - finden wir die
württembergischen Hirschstangen, die ebenfalls seit dem Mittelalter
die Zeichen des Hauses Württemberg sind.
Zum Ausgleich steht der Hirsch als württembergischer Schildhalter auf
der vornehmeren Seite dem badischen Greifen gegenüber.
Baden und Württemberg waren in der Vergangenheit nicht die einzigen
Territorien im deutschen Südwesten. Vier weitere Wappen in der
Wappenkrone deuten die geschichtliche Vielfalt dieses Gebietes an.

Baden
Der rote Schrägbalken auf goldenem Grund ist das Wappen des
ehemaligen Landes Baden und seines Herrscherhauses.
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Hohenzollern
Der weiß-schwarz gevierte Schild von Hohenzollern gehört
schon deshalb hierher, weil Hohenzollern neben den beiden größeren
Ländern bis 1945 eine Sonderstellung besaß.
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Kurpfalz
Neben den württembergischen Hirschstangen steht der rot-gekrönte
goldene Löwe in Schwarz für die ehemalige Kurpfalz, zu welcher
das Land am unteren Neckar gehörte.
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Ostfranken
Die drei silbernen Spitzen (fränkischer Rechen) in Rot
vertreten das einstige Herzogtum Ostfranken, dessen Spuren in der
Landschaft Hohenlohe zu finden sind
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Vorderösterreich
Der rot-weiß-rote österreichische Bindenschild erinnert an
die einst vorderösterreichischen Gebiete am Oberrhein und in
Oberschwaben.
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Württemberg
De württembergischen Hirschstangen, die seit dem Mittelalter
die Zeichen des Hauses Württemberg sind.
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Im goldenen
Schild des Großen Landeswappens lebt das Wappen des staufischen
Herzogtums Schwaben fort. Es zeigt drei schreitende schwarze Löwen
mit roten Zungen. Der goldene Schild wird von einem Hirsch und von dem
Fabeltier Greif gestützt, die für Württemberg und Baden stehen.
Der sogenannte Kronreif mit neun regionalen Wappen überwölbt
das Große Landeswappen. Sechs dieser Wappen stehen für die zwischen
dem Mittelalter und dem Ende des Alten Reiches wichtigsten
südwestdeutschen Territorien. Drei Wappen symbolisieren die nach der
napoleonischen Flurbereinigung übriggebliebenen Staatsgebiete.
Die Mitte der den Schild überspannenden Wappenkrone nehmen in
erhöhten goldenen Schildchen die Wappen Badens und Württembergs ein.
Das badische Wappen, in Gold ein roter Schrägbalken, ist seit 1207
nachweisbar. Das württembergische Pendant, drei übereinanderliegende
schwarze Hirschstangen im goldenen Schild, seit 1228.
In der Wappenkrone
des Großen Landeswappens sehen wir außerdem links die silberroten
Spitzen des "Fränkischen Rechens" für das Herzogtum
Ostfranken, in dem sich staufische Hausmachtsgebiete befanden. Der
Silber und Schwarz geviertelte und seit 1248 belegte
"Zollernschild" für die Hohenzollerischen Lande schließt
sich an. Rechts folgen der rot gekrönte goldene Löwe der Kurpfalz in
Schwarz und der für die vorderösterreichischen Lande im Breisgau, am
oberen Neckar, an der oberen Donau, in Oberschwaben und im Westallgäu
stehende rot-silbern-rote "Bindenschild" Österreichs.
So bringt das
große Landeswappen einerseits die neue Einheit und andererseits die
alte geschichtliche Vielfalt des Landes zum Ausdruck.
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Das Kleine
Landeswappen ohne Schildhalter, Wappenkrone und Fußleiste,
besteht ebenfalls aus dem Drei-Löwen-Schild. Er wird von einer
Blattkrone überwölbt, wie sie in den deutschen Ländern nach
1918 als Symbol der Volkssouveränität eingeführt worden war.
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Anlässlich des 50. Geburtstag von Baden-Württemberg (2002)
hat man ein "Jubel-Logo" geschaffen, wo die beiden
Wappentiere Hirsch und Greif ein flottes Tänzchen hinlegen.
Eigentlich wäre das doch ein geniales Symbol für das neue 'Ländle'?
Also mir gefällt es sehr, sehr gut!
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