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"Das
schönste Land", das Loblied auf die historische und ökonomische
Bedeutung Badens, auf die Schönheit seiner Landschaften sowie das "savoir
vivre" seiner Bewohner, wird nicht ohne Grund als heimliche
Landeshymne bezeichnet.
So
populär es ist, so umstritten ist es auch: wegen der Festung Rastatt,
wegen derber Zusatzstrophen auf die Schwaben. Aber es ist mehr als ein
reaktionäres Überbleibsel aus Großherzogs Zeiten oder ein
Schwabenspottlied.
Das Badnerlied hat seit Jahren in Vereinsleben und Traditionspflege
seinen festen Platz und ist aus dem öffentlichen Leben des Landes nicht
mehr wegzudenken. Seine Herkunft liegt im Dunkeln, was ganz
unterschiedliche Vermutungen hinsichtlich seiner Entstehung aufkommen
ließ. Etwa ob es nicht im Zusammenhang mit der Badischen Revolution
1848/49 oder rund 40 Jahre früher entstanden sei - im Zuge der
Einverleibung Vorderösterreichs, der rechtsrheinischen Kurpfalz und
vieler anderer Besitzungen ins badische Stammland (1803/06).
Das
Badnerlied also als musikalisches Bindeglied zwischen den Alt- und
Neubadenern, daher der Lobpreis auf Mannheim, Heidelberg, Haslach,
Freiburg und den Schwarzwald.
Überlegungen zur Datierung lassen sich an die Residenzstrophe, die ein
Stück Zeitgeschichte des 19. Jahrhunderts widerspiegelt, und an die
Heidelbergstrophe anknüpfen. Diese stammt aus dem gleichlautenden
Studentenlied von Victor von Scheffel, aus dessen "Trompeter von
Säckingen" (1870). Mit der "Mannheimer Fabrik" assoziiert
man die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF), die 1865 in Mannheim
gegründet, aber aus Platzgründen bald auf das linke Rheinufer
umgesiedelt wurde.
Die
eigentliche Begründerin von Mannheims Industrie ist aber die
Maschinenfabrik Lanz, die 1859 gegründet wurde. Die Festung Rastatt
liefert ebenfalls zeitliche Anhaltspunkte; sie hatte 1870/71 eine
strategisch wichtige Rolle. Danach kann das Lied frühestens um 1860
(Mannheim), spätestens 1870/71 entstanden sein.
1872 wird in einem Zeitungsbericht über eine Militärfeier in Rastatt
die "badische Volkshymne" erwähnt, bei der es sich nur um das
Badnerlied handeln kann. Gedruckt steht es zuerst in einer kleinen
Sammlung von Soldatenliedern, die ein Leutnant eines badischen
Infanterieregiments nach dem Gesang seiner Einheit um 1902
veröffentlicht hat. Bereits um diese Zeit wird es unter Austausch der
Länder- und Ortsnamen auf die Pfalz, das Elsass, Saarland, Hessen,
Württemberg, Bayern im Volksmund umgesungen.
1915 wird die Melodie in einem Schulliederbuch als "alte badische
Volksweise" bezeichnet. Sie stimmt anfangs mit dem Württemberg-Lied
("Preisend mit viel schönen Reden") überein, der appellative
Schlusstakt erinnert an die Marseillaise. Um 1920 gibt es Überlegungen,
das Badnerlied zur badischen Landeshymne zu erheben, Anfang der
dreißiger Jahre komponiert der Herbolzheimer Komponist Emil Dörle den
berühmten Marsch "Hoch Badnerland", in dessen Schlusstrio er
das Badnerlied einlegt. Dieser gehört zum Minimalrepertoire jeder
badischen Blasmusik. Im Ringen Leo Wohlebs um die Zukunft Südbadens
1951/52 entsann sich mancher Gegner des geplanten Südweststaates des
Liedes, 1975 fungierte es im Kampf gegen das KKW Wyhl als "aktuelles
Badnerlied".
In
der ersten Spielsaison des SC Freiburg in der Bundesliga (1993/94) wurde
es vom damaligen Sponsor als Werbegag eingeführt und erlebt seither im
Dreisamstadion sowie im Wildparkstadion in Karlsruhe eine nie da gewesene
Popularität. In letzter Zeit wurde es durch unter die Gürtellinie
gehende Spottverse zum Antischwabenlied umfunktioniert, aber auch andere
Improvisationen für allerlei Anlässe werden ihm angehängt.
Das Badnerlied ist die Umdichtung eines wenig älteren Sachsenliedes, das
nach mündlichem Umlauf in den 1880er-Jahren in Liederbüchern erscheint.
Kein Einzelfall. Die meisten Heimatlieder und -hymnen werden im Volksmund
von einer Region auf die andere "umgesungen". Dass das
Badnerlied dem Sachsenlied gegenüber Originalität besitzt, beweisen
seine überregionale Verbreitung um 1900 und seine innovative Wirkung
einst und jetzt.
Und
so geht der Text:
Das schönste Land in Deutschlands Gauen,
das ist mein Badnerland,
es ist so herrlich anzuschauen,
und ruht in Gottes Hand.
Drum grüß' ich Dich mein Badnerland - Badnerland,
Du edle Perl' im deutschen Land - deutschen Land,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf,
frisch auf, frisch auf, mein Badnerland !
Zu
Haßlach gräbt man Silbererz,
Bei Freiburg wächst der Wein,
Im Schwarzwald schöne Mädchen,
Ein Badner möcht' ich sein !
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In Karlsruh' ist die Residenz,
In Mannheim die Fabrik,
In Rastatt ist die Festung,
und das ist Badens Glück !
Alt Heidelberg du Feine,
Du Stadt an Ehren reich,
Am Neckar und am Rheine,
Keine And're kommt Dir gleich.
Üb immer Treu' und Redlichkeit,
Bis in Dein kühles Grab,
Und weiche keinen Fingerbreit,
Vom Badner Wege ab !
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Es
gibt unzählige 'inoffizielle' Strophen, die zu allen Gelegenheiten
gesungen werden, sei es im Dreisamstadion des SC Freiburg oder aber beim
Gegenbesuch im Daimler-Stadion vom VfB:
Badische
Versionen:
Vom
Odenwald zum Bodensee,
Entlang des Rheines Strand,
Umgrenzt von dunklen Tannenhöhn
Liegt unser schönes Badnerland.
Im Wiesental Fabriken stehn,
Wie Schlösser klar und hell,
Rauchfahnen aus Kaminen wehn,
Von Lörrach bis nach Zell!
Solang die Farben gelb-rot-gelb
Bei uns am Maste wehn,
Solang wird Deutschlands schönster Gau,
Das Badnerland, nicht untergehn.
In Offenburg sind wir zu Haus,
die Stadt am Kinzigstrand,
das Tor zum Schwarzwald auch genannt,
im schönen Badner Land!
Zell-Weierbach ein gastlich Dorf,
da kehrt man gerne ein,
und trinkt, sofern man Kenner ist,
vom Abtsberg edlen Wein.
Üb immer Treu' und Redlichkeit,
Bis in Dein kühles Grab,
Und weiche keinen Fingerbreit,
Vom Badner Wege ab.
Und Konstanz liegt am Bodensee,
durchströmt vom jungen Rhein,
des Hegaus Berge winken
im gold'nen Sonnenschein
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Vergiß niemals die Heimat,
wo deine Wiege stand,
du findest in der Ferne
kein zweites Badner Land!
In Konstanz fließt der Rhein noch blau,
In Mannheim wird er grau,
Da fließt der dreckig Neckar rein,
Die alte Schwabensau.
Von Schwaben unterdrücket,
Aufs letzte ausgebeut,
Wer letzten Endes sieget,
Sind die tapfern Badnerleut.
In Sipplingen beim Seepumpwerk,
Da pumpt man Wasser raus,
Wir Badner pinkeln fröhlich rein,
Die Schwaben saufens aus.
Man merkt, daß wir kei' Schwabe sind,
Und wißt ihr auch warum?
Mir denken erst und schaffe dann,
Bei der Schwabe isch des andersrum.
Ein Badner möcht ich auch gern sein,
Denkt sich so mancher Schwob,
Und weint dann still in sich hinein.
Er wird es nie - gottlob.
In Karlsruh' spielt der KSC,
In Freiburg der SC.
In Stuttgart gurkt der VfB!
Oh weh, oh weh!
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Schwäbische Versionen:
"Der
Schwabe schafft, der Badener denkt."
Das ist ja g'rad der Graus!
Denn leider kommt bei seinem Denken
selten etwas Gutes raus.
Drum stimmet alle mit mir ein:
Ein Schwabe müsste man halt sein!
Gib's auf, gib's auf gib's auf,
gib's auf gib's auf, oh Badnerland!
Ein Schwabe, mal ganz abgeseh'n
davon, dass er mehr schafft,
hat im Vergleich zum Badener
auch meist die gröss're Geisteskraft.
Denn was hat ein Badenser denn
gewöhnlich in der Birn'?
Meist nur in einem hohlen Raum
ein' Zettel, und auf dem steht: "Hirn"
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Dass Baden nichts zu melden hat,
das liegt nun mal daran,
dass nie ein Mensch mit gelben Füß'
dem Schwab' das Wasser reichen kann.
Der Mensch stammt halt vom Affen ab;
das seh' ich ganz genau,
wenn ich im Wildparkstadion
die Fans des KSC anschau'.
Ihr Badener, wir bitten euch,
schreibt's euch hinter die Ohr'n:
Ein Mensch mit gelben Füßen hat
in deutschen Landen nichts verlor'n!
Ob Bad'ner besser Hochdeutsch können,
ist dem Schwaben gleich.
Denn ob auf Badisch oder Hochdeutsch
schwätzt ein Bad'ner eh meist Seich.
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