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Die Geschichte von Baden 1860-1945

Nach der Reaktionszeit brachte die "neue Ära" 1860-66 den Versuch eines liberalen parlamentarischen Regimes (Minister Lamey, Roggenbach).  Großherzog Friedrich I. (1852-1907) lenkte 1860 wieder in die liberale Richtung ein und verfolgte zugleich in der deutschen Frage eine eifrige nationale und preußenfreundliche Politik.

Auch wenn er im Krieg von 1866 nach der Mobilmachung des Badischen Armeekorps zur Teilnahme am Deutschen Krieg auf österreichischer Seite gegen Preußen kämpfte. Heidelberg wird anschließend durch die siegreichen Preußen besetzt.

1867 tritt Badens dem deutschen Zollparlament bei und 1868 wird der preußische Generalleutnant von Beyer badischer Kriegsminister. Dadurch wird die Armee nach preußischem Muster umgestaltet.

Am 15. 11. 1870 vollzieht Baden seine Eingliederung in das Deutsche Reich.

1873 wird die Schwarzwaldbahn vollendet, die schon 1846 genehmigt wurde. Erbaut wurde sie durch den Baudirektor Robert Gerwig, der später Mitarbeiter an der Gotthardbahn war.

1881 erscheint zum ersten Mal der Volksfreund in Offenburg, die älteste Zeitung der badischen Sozialdemokratischen Partei.Der Mannheimer Industrielle Carl Benz erhält 1886 ein Patent auf einen von ihm konstruierten Kraftwagen, was den Anstoß zur Begründung der deutschen Automobilindustrie gibt.

1898 Baubeginn des Rheinhafens in Karlsruhe, eröffnet im Mai 1901, sowie des Kraftwerkes Alt-Rheinfelden. Im Jahre 1900 werden erstmalig Frauen zum Hochschulstudium in Deutschland durch die badische Regierung zugelassen

1905 finden erstmals Wahlen zum badischen Landtag aufgrund des am 24.08.1904 eingeführten allgemeinen direkten Wahlrechts sowie der geänderten Wahlkreiseinteilung statt.

1907 stirbt Großherzog Friedrich I., sein Nachfolger wird Friedrich II.

1918 erfolgt die Berufung des badischen Thronfolgers Prinz Max von Baden zum letzten kaiserlichen Reichskanzler. Er übergibt am 09.11.1918 Friedrich Ebert die Geschäfte des Reichskanzlers. Einen Tag später bricht die Revolution in Baden aus, es wird einen provisorische Regierung gebildet.

Am 14.11.1918 wird die Republik in Baden ausgerufen. Am am 22.11.1918 dankt der Großherzog Friedrich II. auf Schloss Langenstein ab.

Die Verfassung von 1919 stellte einen vom Landtag jährlich zu wählenden Staatspräsidenten an die Spitze der Regierung, die bis 1929 vom Zentrum (stärkste Partei), SPD und DDP gebildet wurde.

Im August 1925 wird ein Grenzfestsetzungsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich geschlossen. Die Achse des Rhein-Talwegs wird wiederum Reichsgrenze, linksrheinisch gelegenes Gebiet badischer Gemeinden wird enteignet.

1929 erlangt die NSDAP erstmals eine Vertretung im badischen Landtag. 1930 wird mit Kehl wird die letzte badische Stadt von den französischen Truppen geräumt.

Am 30.01.1933 wird Adolf Hitler Reichskanzler. Im gleichen Jahre findet auch die Reichstagswahl statt, wo die NSDAP in Baden 45,4 % erreicht. Robert Wagner, Gauleiter der NSDAP wird zum Reichskommissar für Baden ernannt. Im April des Jahres 1933 wird ein zweites Gesetz zur Gleichschaltung der Länder beschlossen (zweites Gleichschaltungsgesetz und zugleich erstes Reichsstatthaltergesetz); Reichskommissar und Gauleiter Wagner wird Reichsstatthalter von Baden.

1934 entsteht das Gesetz über den Neuaufbau des Reiches; dadurch wird der nun 115 Jahre bestehende badische Landtag aufgehoben.

1939/40 Stellungskrieg an der Oberrheingrenze. Evakuierung der Zivilbevölkerung an den Grenzorten. Deutsch Truppen unter General Fr. Dollmann setzen bei Breisach über den Rhein und erobern das Elsass. Der badische Reichsstatthalter Wagner wird Chef der Zivilverwaltung, die Gauleitung wird dadurch von Karlsruhe nach Straßburg verlegt.

Französische Panzertruppen unter General Leclerc besetzen 1944 Straßburg. Am 27.11.1944 erfolgt der erste Luftangriff der Alliierten auf Freiburg, dem bedeutende Teile der Altstadt und rund 3000 Menschen zum Opfer fallen.

25.02.1945 findet der erste Luftangriff auf die Stadt Pforzheim statt, dem 82% der Stadt und 8729 Menschen zum Opfer fallen, die höchste Verlustquote aller badischen Städte. Am 01.03.1945 wird Bruchsal bombardiert, die Städte Karlsruhe und Pforzheim durch die Franzosen, Heidelberg von den Amerikanern besetzt.

Am 4.Mai 1945 kapitulierte die 24. deutsche Armee in Überlingen. Durch die Besatzungsmächte erfolgten zahlreiche Maßnahmen, die den Länderbestand erheblich veränderten. Der Zuschnitt der Besatzungszonen folgte rein militärischen Gesichtspunkten. Die Alliierten Besatzungsmächte zerschnitten das Gebiete der Länder Baden und Württemberg entlang der Autobahn Karlsruhe - München.

 
 

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